Was tun, wenn Vergebung schwerfällt?

Vergebung

Heute wurde in der Ausbildungs-Gruppe zum Greator-Coach eine Verständnis-Frage zu Ho’oponopono gestellt.
Das ist ein hawaiianisches Vergebungsritual, das echt herausfordernd sein kann.
Vor allem weil ich mich durch die Sätze:

 

„Bitte verzeih mir. Es tut mir leid“…

…nach dem Verständnis von Vielen beim Anderen entschuldige, der ja MIR „Leid angetan“ hat.
Da ich heute „Bereitschaft“ als Co-Headcoach in der Gruppe hatte, war es an mir die Frage zu beantworten und ich habe mich daran erinnert, wie schwer es auch mir in manchen Situationen gefallen ist, dieses Ritual auszuüben.

Ich möchte Euch daher gerne einmal an meinen Erfahrungen, Überlegungen und Erkenntnissen zu diesem Ritual teilhaben lassen:
Ich kann Verständnis-Schwierigkeiten mit Ho’oponopono sehr gut verstehen. Es gibt für mich auch heute noch Situationen, in denen ich mit Ho’oponopono nicht weiterkommen.
Aber immer, wenn das so ist, habe ich etwas Wesentliches übersehen:

 

Vergebung ist ERST möglich,…

… wenn wir alle Gefühle angenommen und befriedet haben, die sich durch das verletzende Erlebnis angestaut haben und die Energie (=Kraft und Macht) somit wieder zu uns zurück geholt haben und ins Fliessen gebracht.
Und dafür ist VOR dem Vergebungs-Ritualje je nach Erlebnissen ganz viel
„Innere-Kind-Arbeit“ nötig. 😊🙏

 

In der Anleitung zu diesem Vergebungs-Ritual…

… wurde der Begriff „Mittäter“ gebraucht. Je nach Situation ist der Begriff „Mittäter“ sehr provokativ. Aber da ich den Lehrer nun schon eine Weile kenne, gehe ich davon aus, dass er es absichtlich so provokativ formuliert, damit die vergrabenen Emotionen wirklich mal nach oben kommen. Nicht schön, aber effizient und heilsam 😊🙏
(So wie ich das zum Teil mit Euch in unserer Gruppe durch meine Fragen mache )
Wir dürfen erst das Vertrauen unsere inneren Kinder wieder gewinnen, so dass sie sich (heisst: wir uns) wieder sicher und souverän fühlen können.

 

Die Begriffe „Täter“ und „Mittäter“ sind stark gekoppelt mit Schuld.

Es geht aber NICHT darum, uns auch noch schuldig dafür zu fühlen, dafür dass wir hilflos („Opfer“) waren! Es geht viel mehr darum, die Macht wieder zu uns zurück zu holen.
Ich habe für mich den Begriff „Schuld“ – so oft es mir bewusst und möglich ist – mit „Beteiligung“ ersetzt. Und es gibt tatsächlich inzwischen Situationen, in denen ich heute auch die „Überforderung“ des „Täters“ sehe und sagen kann:
„Es tut mir leid“ (dass Du keinen anderen Weg gefunden hast oder kanntest)…
„Bitte verzeih mir“ …dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war und Dir dadurch die Möglichkeit gegeben habe, mich zu verletzen…
(manchmal haben wir nämlich vielleicht UNBEWUSST durch irgendeine Kleinigkeit beim Täter auch einen „Knopf“ gedrückt). 🕹️

 

Das ist KEINE Rechtfertigung… 👆

…für übergriffiges, verletzendes oder gewalttätiges Verhalten, sondern eine Erklärung, um es unserem Verstand zu erleichtern, den Widerstand zu reduzieren, damit wir wieder in Verbindung zu unseren Gefühlen kommen dürfen.
Wir machen diese Versöhnungs-Arbeit ja nicht für die Täter, sondern für UNSEREN inneren Frieden. 😇

 

Nicht um die Täter zu entlasten, sondern um UNS zu erleichtern! 🎈

Das ist für mich sehr entscheidend! Denn sonst wäre es, als würden wir unser inneres Kind verraten. Das innere Kind entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt da ist, das Erlebte in Frieden loszulassen (=Vergebung) und es damit in der Vergangenheit zurück zu lassen, wo es hingehört.

 

Dieser Prozess ist sehr wirksam, bewährt und äusserst heilsam…

…aber er fordert auch Zeit, Geduld und Mitgefühl… 🥰
Darum seid liebevoll mit euch und so oft in Verbindung wie möglich und geht „rein“, wenn sich etwas zeigt (auch wenn es manchmal wie ein eklig verpacktes „Geschenk“ 🎁 daher kommt 😖 …)

 

Wenn das „ich liebe Dich“ im Vergebungs-Prozess nicht möglich ist…

… und das kenne ich selbst auch gut – dann findet Formulierungen für euch, die ihr ohne Widerstand aussprechen könnt, z.B.:
Ich sehe den göttlichen Kern in Dir (geht auch nicht immer – weiss ich 😉 ), dann seid ehrlich und sagt, „ich versuch, den göttlichen Kern in Dir zu sehen“ oder auch nur
„Du darfst sein, wie Du bist und ich darf auch so sein, wie ich bin“
„Danke…z.b. für diese Wachstums-Chance…: welche Fähigkeiten und Stärken habt ihr entwickelt, die ihr ohne diese(s) Erlebnis(se) nicht hättet?.. das hilft MIR dann immer, irgendwann doch ein „Danke“ aussprechen zu können… 😊🙏 und ja, das kann dauern …

 

Bleibt ehrlich und bei euch und „vergewaltigt“ euch nicht …

…das heisst, dass es WICHTIG ist, dass ihr die Grenzen Eures inneren Kindes – und damit auch Eure – spürt, achtet und würdigt. 😊🙏
ALLES was sich zeigt, ist ein Teil von uns und damit wichtig und Richtig… …egal, was es ist ❣
Nun hoffe ich, dass ich Euch einen möglichen und gehbaren Weg für Euch zu Eurem inneren Frieden aufzeigen konnte?
Schreibt mir gerne, ob da etwas bei Euch angekommen ist, das ihr nehmen könnt, um weiterzugehen.

 

Für heute – wie immer – von Herzen liebe, farbenfrohe Grüsse von

Lilly

P.S.und vergiss nie: DU BIST VIEL STÄRKER ALS DU DENKST 🌈 😊 💪 🌈

Ja, ich möchte endlich Frieden schliessen mit meiner Vergangenheit

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