2 Dinge, die Du über Scham wissen solltest

Scham

1. Wovor Dich Deine Schamgefühle schützen wollen

2. Wie Du Dich vor unnötigen Schamgefühlen schützen kannst

 

Bevor wir diesen Fragen nachgehen, macht es Sinn, einmal kurz zu beleuchten, was Scham eigentlich ist.

 

Was ist Scham?

Scham ist eine Form von Selbst-Ablehnung und Ablehnung ist eines der 5 Grundgefühle.

Scham ist also als Gefühl tiiiief in uns verankert.

Scham ist eine Emotion, die bei Erwachsenen selten im Vordergrund ist… sie ist meist tief vergraben in uns und gut geschützt – aus gutem Grund.

 

1. Wovor Dich Deine Schamgefühle schützen wollen

 Diese Frage lässt sich leichter beantworten, wenn wir der Frage nachgehen, wann und wie Scham auftritt und was sie bewirkt:

 

Wann tritt Scham auf?

Scham steht immer in Zusammenhang mit anderen Menschen und Situationen, in denen wir für andere sichtbar sind und dadurch verstärkt ihrem Urteil ausgeliefert – zumindest in unserem Empfinden.

 

Was bewirkt Scham?

Scham will uns daran hindern, gesehen zu werden.

Wir wollen dann am liebsten unsichtbar sein… uns in Luft auflösen… verstecken… oder sprichwörtlich „vor Scham im Boden versinken“.

Interessanterweise ist Scham sehr weit verbreitet – wie wir gleich an unseren (Schutz-)Strategien  noch erkennen werden (und doch wird sie selten thematisiert – vermutlich aus Scham 😕😔…)

 

Welche Ursachen kann es dafür geben?

Die Ursprünge liegen wie so oft in unseren prägenden Jahren – also unseren ersten 7 Lebensjahren.

Welche Gründe kann also ein Kind haben, das sich nicht zeigen will, so wie es ist?

Diese Menschen wurden in der Regel entweder schon sehr früh selbst von anderen „beschämt“ oder sie sind in einem sehr kritischen Umfeld augewachsen und haben schon früh miterlebt, wie andere Menschen krititsiert und schlecht gemacht wurden.

Denn Scham steht – wie bereits erwähnt – immer im Zusammenhang mit anderen Menschen.

Das heisst, dass sehr früh das Gefühl vermittelt wurde: „Anders-Sein ist schlecht

Solche Kinder entwickeln eine grosse Angst davor, dass sie anders sein könnten als die Anderen… zu laut… zu leise.. zu viel… oder zu wenig…

Kurz: dass mit ihnen etwas nicht stimmen könnte…. und sie deswegen nicht mehr erwünscht sind.

 

Scham ist ein zutiefst bedrohliches Gefühl für Betroffene

Bei Scham werden nämlich die selben Gehirnregionen aktiv wie bei existentieller Angst.

Scham ist die existentielle Angst vor Ablehnung.

 

Wieso ist die Angst vor Ablehnung für uns existenziell?

Obwohl Ablehnung für einen Erwachsenen nicht (mehr) existenziell bedrohlich ist, wird sie doch oft so empfunden.

Denn diese Verknüpfung liegt so weit zurück, dass unser bewusster Verstand keinen Zugang mehr hat zu einer rationalen Erklärung:

Ein kleines Kind aber, das von engen Bezugspersonen abgelehnt wird, muss um sein Überleben fürchten, wenn es so sehr abgelehnt wird, dass es alleine gelassen (verlassen) werden könnte.

Ein Kleinkind kann sich noch nicht selbst versorgen.

Die Sicherheit eines kleinen Kindes basiert auf Zugehörigkeit… Verbundenheit mit anderen.

Diese Zugehörigkeit entsteht in der Regel durch Anpassung an die Erwartungen anderer.

Die Regeln (Erwartungen) werden dabei von den anderen vorgegeben.

 

Eine  Schutz-Strategie von Scham ist daher die Anpassung

Durch Anpassung versuchen wir zu zeigen: „Ich bin wie Du“ -> wenn Du mich ablehnst, lehnst Du auch Dich selbst ab.

Dieses Verhalten soll unsere Zugehörigkeit sichern.

 

Eine weitere Auswirkung von Scham ist der weit verbreitete Perfektionismus

Hier soll durch maximale Leistung die Kritik von Anderen und eine damit verbundene Beschämung vermieden werden.

Perfektionismus ist also die Angst vor Beschämung und Ablehnung.

Und mit dieser Perfektionismus-Strategie gehört Scham zu den gefährlichsten Kraft-Räubern!

Denn ein Perfektionist ist IMMER bemüht ALLES zu geben.

 

Scham gehört zum 6. Stress-Typ

Kannst Du Dich noch an die 6. Stress-Typen und ihre typischen Strategie erinnern?

Schau sonst hier gerne noch einmal nach, denn dort findest Du noch weitere Ursachen,  Zusammenhänge und Auswirkungen.

 

Was kannst Du also gegen Deine Angst vor Beschämung tun? Damit sind wir beim 2. eingangs erwähnten Punkt:

 

2. Wie Du Dich vor unnötigen Schamgefühlen schützen kannst

Wie immer ist die erste Voraussetzung das Bewusstsein, dass Scham bei Dir wirksam ist.

Die Vorgehensweise eine ehrliche Selbstreflektion und Selbstannahme.

 

Hilfreiche Fragen für Deine Selbstreflektion…

… und damit für ein besseres Selbst-Verständnis können sein:

 

Wen möchte ich beeindrucken?

Wie müsste ich sein, um diese Person zu beeindrucken?

Will ich so sein?

Kann ich so sein? Wie hoch ist der Preis dafür?

Was erhoffe ich mir dadurch?

Welche Seite von mir dürfen andere auf keinen Fall sehen?

Was könnte im schlimmsten Fall passieren?

Wie wahrscheinlich ist das?

Welche Seite würde ich gerne öfter von mir zeigen?

 

Beantworte die Fragen im Idealfall schriftlich und zügig aus dem Bauch heraus 😊

 

Nun wünsche ich Dir wie immer spannende Einsichten in Deine fantastische Gefühlswelt 😊

 

Für heute – wie immer – liebe farbenfrohe Grüsse von

 

Lilly

Deiner Gefühls-Designerin 😉🌈

 

P.S. Je mehr Du Dich selbst so annimmst, so wie Du bist, desto weniger wirst Du die Ablehnung von anderen fürchten.

 

P.P.S. wenn Du noch mehr über den Einfluss Deiner Gefühle lernen möchtest, dann lade ich Dich herzlich ein zum „Gefühls-Designer“ – meinem neuen 4-Wochen-Online-Kurs für emotionale Kompetenz. Hier erfährst Du mehr darüber:

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